8.5 Beteiligungs- und Beschwerderechte von Kindern und deren Eltern

Beteiligungs – und Beschwerderechte von Kindern

Wir setzen Beteiligung von Kindern im täglichen Alltag regelmäßig um ( s. Partizipation).

Zum Thema Beschwerderechte von Kindern halten wir folgende Rahmenbedingungen für grundlegend:

  • Die Beschwerde muss angstfrei geäußert werden können
  • Den Kindern muss Respekt und Wertschätzung entgegengebracht werden
  • Die Kinder sollten bei Bedarf individuelle Hilfe erhalten
  • Fehlverhalten von Seiten der ErzieherIn sollte eingestanden und verbessert werden

Wir bieten u.a. den Morgenkreis und individuelle Gespräche an, um Beschwerden und Anregungen zu besprechen. Ebenfalls sind wir, besonders im Außenbereich, einzeln ansprechbar für Kinder der gesamten Einrichtung. Wenn das Vertrauensverhältnis zur anwesenden pädagogischen Fachkraft gestört ist, falls ein Kind sich in der Gruppe nicht beheimatet fühlt oder es um Themen geht, die ein Kind nur in kleinem Rahmen ansprechen möchte, wird von uns dieser Rahmen geschaffen.

Insgesamt vermitteln wir den Kindern „ Alles was man verändern möchte, muss man ansprechen.“ Im Falle von mutmaßlichen oder zu befürchtenden Kindeswohlverletzungen nach § 1666 Abs. 1 BGB halten wir uns an den § 8a, der den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung regelt.

Definition Kindeswohlgefährdung:

Kindeswohlgefährdung ist eine andauernde oder wiederholte Unterlassung fürsorglichen Handelns durch sorgeberechtigte oder sorgeverantwortliche Personen, welches zur Sicherstellung der seelischen und körperlichen Versorgung des Kindes notwendig wäre. Die Unterlassung kann aktiv oder passiv aufgrund unzureichender Einsicht oder unzureichenden Wissens erfolgen. Die durch Kindeswohlgefährdung bewirkte chronische Unterversorgung des Kindes hemmt, beeinträchtigt oder schädigt seine körperliche, geistige und seelische Entwicklung und kann zu gravierenden und bleibenden Schäden oder gar zum Tode des Kindes führen.

Kindeswohlgefährdung weist auf eine Beziehungsstörung zwischen Eltern und Kindern hin. Diese Beziehungsstörung kann für einen Säugling oder ein Kleinkind lebensgefährliche Formen annehmen.

Passive Kindeswohlgefährdung entsteht aus mangelnder Einsicht, Nichterkennen von Bedarfssituationen oder unzureichenden Handlungsmöglichkeiten der sorgeberechtigten Personen ( z.B. Alleinlassen des Kindes über eine unangemessen lange Zeit, Vergessen von notwendigen Versorgungsleistungen, unzureichende Pflege, Mangelernährung etc.)

Aktive Kindeswohlgefährdung ist die wissentliche Verweigerung von Handlungen, welche als nachvollziehbarer Bedarf für ein Kind erkannt wird ( Verweigerung von Versorgung, Körperhygiene, Nahrung, Schutz etc.).

Eine Kindeswohlgefährdung im Sinne einer Vernachlässigung liegt nur dann vor, wenn über eine längere Zeit bestimmte Versorgungsleistungen materieller, emotionaler und kognitiver Art ausbleiben.

Eine akute Kindeswohlgefährdung liegt bei Kindesmisshandlung oder Kindesvernachlässigung vor.

Detaillierte Vorgehensweise für MitarbeiterInnen in der QM – Mappe ( Kapitel 6.8.)!

Eine pädagogische Fachkraft unserer Einrichtung, mit Zusatzqualifikation zur „Kinderschutzbeauftragten“, wird an dieser Stelle zusätzlich zu Rate gezogen.

Eltern als Partner bei der Beteiligung von Kindern

Eltern haben zuweilen eine andere Sicht auf das, was in der Kindertageseinrichtung geschieht, als ihre Kinder. Sie haben einen subjektiven und punktuellen Eindruck, den sie sich nicht zuletzt auf der Grundlage der Berichte ihrer eigenen Kinder bilden. Dies kann zu Konflikten führen, zumal die Eltern ggf. andere pädagogische Auffassungen vertreten als die Fachkräfte. Es kann vorkommen, dass Kinder in der Kindertageseinrichtung selbst entscheiden sollen, die Eltern aber andere Vorgaben machen.

Erst wenn Eltern spüren, dass die Beteiligung zur Stärkung der Persönlichkeit ihrer Kinder beiträgt, werden sie dem zustimmen können.

Wichtig ist daher der Diaglog von Kindertageseinrichtung und Eltern. Elternabende, Elterngespräche Elterncafés, schriftliche und andere Befragungen von Eltern bieten Eltern die Möglichkeit, ihre Fragen und Probleme zu äußern.

Im Elternbeirat artikulieren die gewählten Vertretungen Anliegen von Eltern und wir erarbeiten gemeinsam Lösungen. In Fällen von vermuteter Kindeswohlgefährdung oder ähnlich schwerwiegenden Themen steht natürlich auch die Leitung der Einrichtung für Eltern zur Verfügung.

Beschwerdemöglichkeiten, die über die Einrichtungsleitung hinaus gehen sind:

DRK – Stadtverband Datteln, e.V. Gerhold Loske ( Geschäftsführer) Ahsener Str. 43 45711 Datteln Tel. dienstl. 107 244

Jugendamt der Stadt Datteln Frau Höppe Skroch Genthiner Str. 8 45711 Datteln Tel. 107 430

Gelingende Beteiligung ist präventiver Kinderschutz!

Selbst und Fremdevaluation findet bei uns im Team und durch das Familienzentrum statt.